Ein Containerschiff auf dem Nord-Ostsee-Kanal

Containerschiff auf dem Nord-Ostsee-Kanal Mann muss sich das mal vorstellen: Da wird in Deutschland in acht Jahren Bauzeit ein Kanal gegraben mit einer Länge von knapp 100 Kilometer. An beiden Enden, in Kiel Holtenau und in Brunsbüttel, befinden sich Schleusenanlagen und der gesamte Nord-Süd-Verkehr nach Dänemark musste durch Brücken darüber hinweg geführt werden werden. Dabei enstanden imposante Bauwerke wie zum Beispiel die beiden Eisenbahnhochbrücken in Rendsburg und Hochdonn. Wenn ich mir überlege, wie lange heute ein Autobahnkilometer dauert, bis die Juristen fertig sind und der erste Bagger anrollt … Es waren eben noch andere Zeiten, damals bei Kaisers.

Containerschiff auf dem Nord-Ostsee-Kanal Kaiser Wilhelm I hat 1887 in Kiel-Holtenau den Grundstein für den Nord-Ostsee-Kanal gelegt. 1895 durfte dann sein Nachfolger, Kaiser Wilhelm II. den Kanal zu Ehren seines Großvaters als Kaiser-Wilhelm-Kanal eröffnen. Finanziert hat man dieses Bauwerk, also die 156 Millionen Goldmark, durch die Einführung der Schaumweinsteuer. Seither gab es noch einige eingreifende Ausbauphasen, ein ständig sanierungsbedürftiger Tunnel bei Rendsburg wurde hinzugefügt und die Schleusenanlagen wurden stetig erweitert.

Containerschiff auf dem Nord-Ostsee-Kanal Heute ist der Nord-Ostsee-Kanal die meistbefahrenen künstliche Wasserstraße der Welt. Jedes Jahr nehmen über 30000 Schiffe die Abkürzung durch den Nord-Ostsee-Kanal und ersparen sich so die Umrundung Dänemarks. Im Durchschnitt sind das immerhin 500 Kilometer Ersparnis, was bei den heutigen Spritpreisen sicherlich ein hübsches Sümmchen ausmacht. Seit 1914 können Schiffe bis 310 Meter Länge und 42 Meter Breite geschleust werden. Eine Erweiterung der heute recht maroden Schleusenanlagen ist in Arbeit. Voraussichtliche Bauzeit: acht Jahre. Erinnert sie die Zahl an Etwas? Genau, in der gleichen Zeit haben unsere Großväter einen ganzen Kanal gebaut …

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