Einen simplen Sonnenuntergang richtig fotografieren

Sonnenuntergang an der Schlei Dieses Bild habe ich neulich an der Steilküste von Weseby gemacht. Danach habe ich das Bild in den Social Medien eingestellt und viele nette Kommentare bekommen. Natürlich gibt es immer auch Nörgler und Neider und so kam auch ein Kommentar “… ganz schön orange.” Diesem Menschen habe ich dann zurückgeschrieben, das ich auf diesen Moment über 30 Minuten gewartet habe. Ob er es verstanden hat?

Wenn ich mich an meine ersten Versuche zum Thema Sonnenuntergang zurück erinnere überkommt mich immer wieder ein Anflug von Heiterkeit. Die langweiligsten Bilder fand man damals toll, sofern das Labor nur genug Farbe übergelassen hatte. Das Farbe nicht alles ist, habe ich erst viel später begriffen. Nun, wie macht man eigentlich ein gutes Bild von einem Sonnenuntergang? Als erstes braucht man mal ein Motiv, und das ist bitte nicht die Sonne. Sucht Euch am besten etwas, was auch tagsüber als Motiv in die engere Wahl kommen würde.

Als nächstes überlegt man sich den Bildaufbau. Vielleicht finde ich noch etwas passendes als Vordergrund oder sieht das Motiv von einem anderen Punkt vielleicht noch besser aus? Wenn man dann den eigenen Standort, Vordergrund, Motiv und Sonnenuntergang in eine Linie gebracht hat, kommt die Kamera ins Spiel. Durch den Sucher legen Sie den Bildausschnitt fest. Ein Stativ ist hier eine tolle Erfindung, da hat man alle Zeit der Welt, sich ein richtigen Ausschnitt heraus zu suchen und zu überlegen, ob der eine oder andere Anschnitt dem Bild gut tut.

Sie merken schon, es ist mit Kamera auspacken und abdrücken nicht getan. Wenn dan das Bild festgelegt ist, kommt die Technik. Die Schärfe im Bild sollte vom Vordergrund bis zum Horizont reichen. Dafür brauchen Sie eine hohe Blendenzahl (AV-Modus) und eine Focussierung auf das vordere Drittel im Bild. Den Autofocus können Sie getrost ausschalten. Machen Sie mal ein Bild und schauen es sich genau an. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, Fehler zu erkennen und noch zu beheben.

Bei einem Sonnenuntergang ist das Licht ein ganz entscheidender Punkt. Einmal das orange Streulicht, das von der Atmosphäre und den Wolken reflektiert wird und dann das direkte Licht der Sonne. Diese Beiden bekämpfen sich. Je heller das direkte Licht, desto weniger bleibt von Streulicht über. Sie müssen also nur den Moment abpassen, wo das direkte Licht nachlässt, beispielsweise weil die Sonne hinter einer Wolke verschwindet. Dies ist dann der richtige Moment für Hektik und Betriebsamkeit. Ich mache gerne mehrere Belichtungen, um den optimalen Moment zu erwischen.

Der Rest ist Arbeit am Rechner, wobei man sich hüten sollte, einfach eine orange Füllebene zu benutzen. Ich habe es ausprobiert, es sieht nicht wirklich echt aus …

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