Fotoschule - Verwackeln

Verwackelt Fast jede mißlungene Fotografie ist einfach nur verwackelt. Das liegt nicht zuletzt an den immer besser werdenden Kameras, die mit Belichtung eigentlich kaum noch Probleme haben. Was dann noch bleibt ist das physikalische Mißverhältnis zwischen Brennweite und Belichtungszeit, kurz Verwackeln genannt.

Früher gab ei den Leitsatz, dass die hundertstel Sekunden der Belichtungszeit immer grösser sein müssen, als die Brennweite in Millimeter um sicher aus der Hand zu fotografieren. Das bezog sich aber leider nur auf das Kleinbildformat mit 24 x 36 mm. Heute ist diese Formel so nicht mehr anwendbar, da die Sensoren meistens nur noch einen Bruchteil der Fläche haben. Trotzdem steckt in diesem Leitsatz schon mal eine mögliche Lösung drin. Wenn die Aufnahme verwackelt ist, weil meine Brennweite im Millimeter höher war, als es die Belichtungszeit erlaubte, dann verkürze ich doch mal die Brennweite und gehe als Ausgleich etwas dichter an mein Motiv ran (Vorsicht im Gebirge und bei wilden Tieren!).

Der Gegenspieler der Belichtungszeit ist die Blende. Natürlich kann man diese theoretisch weiter öffnen und dadurch die Belichtungszeit pro Blende halbieren. In der Praxis taugt dieser Tipp aber nur, wenn diese nicht schon ganz offen ist und das hat die Belichtungsautomatik der Kamera meistens schon als erstes versucht.
Auch die ISO-Zahl zu erhöhen ist eine brauchbare Option. Durch eine Verdopplung der ISO-Zahlen halbiere ich die Belichtungszeit - aus einer 100stel Sekunde wird eine 200stel Sekunde. Allerdings sollte man hier im Auge behalten, das sich die “Körnigkeit” des Bildes verändert und auch das Rauschverhalten nimmt bei höheren ISO-Zahlen nimmt zu.

Mit diesen drei Parametern (Belichtungszeit verkürzen, Blende öffnen und ISO erhöhen) haben wir kameraseitig schon fast alles getan, was zur Bildschärfe beträgt. Als Letztes noch ein Wort zu den Bildstabilisiesatoren, Anti-Verwacklungs-Chips e.c.t.: Hier gibt es mehrere Modelle. Zum eine freischwingende Linsen im Objektiv, die Kamerabewegungen ausgleichen sollen bis hin zu beweglich gelagerten Fotosensoren. In der Regel geht so etwas immer auf die Abbildungsschärfe und sollte vorher ausgiebig geprüft werden, ob man das wirklich möchte. Wie sagt man so treffend: In der Not frisste der Teufel Fliegen …

Ein ganz anderer Ansatz gegen die Bewegungen der Kamera bei der Aufnahme ist einfach, Diese zu unterlassen. Klingt simpel, bedarf aber meistens irgendwelcher Hilfsmittel. Die Bewegungen kommen sowohl von der Bewegung beim Auslösen der Kamera als auch von der Tatsache, das unsere Hände und Arme durch Atmung un Puls einfach nicht stillhalten können. Fotografen lernen deshalb, beim Fotografieren die Arme dicht an den Oberkörper zu pressen während die meisten Fotoamateure mit dem gestreckten Arm das Stillhalten probieren. Hierzu gibt es eine eindruckvolle Übung. Versucht mal bei gestrecktem Arm mit dem Laserpointer auf eine gegenüberliegende Wand (vier Meter oder mehr) einen festen Punkt anzustahlen.

Bei längeren Brennweiten hat sich auch bewährt, sich mit der linken Hand an der rechten Schulter festzuhalten und die Kamera in der linken Ellenbeuge abzustützen. Der linke Arm kann dann nur noch rauf und runter bewegen und die Drehungen kommen aus der Hüfte. So bleibt man relativ beweglich und hat doch eine stabilere Lage der Kamera.

Noch stabiler wird es, wenn man die Kamera irgendwo abstützen kann. Das kann ein Baum, eine Säule, eine Mauer oder sonst Etwas sein, was mir das Wackenl mit der Kamera erschwert. Auch mitgebrachte Einbein-, Klemm- oder Seil-Stative bringen hier deutliche Verbesserungen. Wer mit dem Wort Seilstativ nichts mehr anfangen kann, sollte mal nach einem “SteadePod” googeln. Genauso effizient ist auch das Stativkissen, auch Bohnensack genannt (oder in der heutigen Version “ThePod”).

Die Königslösung für alle diese Probleme heisst natürlich Dreibeinstativ mit einen Kugelkopf oder einem Dreiwegeneiger. Gerne verkauft einem der sogenannte Fachhandel hier ein leichtes Videostativ, einfach erkennbar an der Verstrebung zwischen Mittelsäule und Staivbeinen und an dem Videoneiger mit dem langen Führungsarm. Ein richtiges Fotstativ ist schwer und stabil, denn nur dann kann es auch eine grössere Kamera davon abhalten, die gesammte Konstruktion ins Schwingen zu bringen. Viele Fotostative haben an der Mittelsäule noch einen Haken, damit man die Fototasche dort einhängen kann. Das ist Erstens praktisch und erzeugt Zweitens noch mehr Stabilität durch das zusätzliche Gewicht. Ein weiteres Merkmal sind die unterschiedlich arretierbaren Beine, um sich auch schwierigen Situationen anpassen zu können und eine umdrehbare Mittelsäule, um extrem bodennah arbeiten zu können.

Administration

Sitemap