Bildgestaltung - Die Brennweite

Da sieht man ein Motiv und dann zoomt man ran, bis das Motiv bildfüllend ist und dann … Grundsätzlich falsch!

Eine Brennweite, egal welche, ist ein Gestaltungsmittel und kein Ausgleich der eigenen Faulheit. Natürlich gibt es Situationen, da braucht es lange Brennweiten, um überhaupt zu einem brauchbaren Foto zu kommen, aber dabei verschenkt man vielfache Möglichkeiten der Bildgestaltung.


2017-_MG_0443 2017-_MG_0444


Ich möchte es einmal an diesen zwei Bildern verdeutlichen: Beide Bilder zeigen das gleiche Motiv, einmal mit 70mm und einmal mit 24mm aufgenommen. Beide Standorte, von denen hier fotografiert wurde, liegen keine fünf Meter auseinander.

Das Linke ist mit 70mm, einer leichten Telebrennweite, fotografiert. Entfernte Dinge wirken sehr viel näher und größer. Diese geringe Tiefenwirkung kann man auch sehr schön am Geländer der Brücke sehen. Alles wirkt flach, verdichtet. Um eine ausreichende Schärfe zu erzeugen, musste hier schon auf Blende 16 abgeblendet werden, sonst wäre das Ende der brücke unscharf gewesen.

Das rechte Bild ist mit 24mm, einem mässigen Weitwinkel, fotografiert worden. Es zeigt deutlich mehr Tiefe. Der Steg ist deutlich länger und das Ende des Steges wirkt auch kleiner, als bei dem Gegenüber. Dafür ist die Schärfe, meistens auch bei fast geöffneter Blende, kein Problem. Auch die Geländer der Brücke scheinen hier viel mehr Tiefe zu haben.

Wenn ich nun zwei Motive in einem Foto in eine Beziehung zueinander setzen möchte, dann kann ich mit der Brennweite die Distanz und die Größe verändern. Ausserdem ermögliche ich mit einer größeren Brennweite eher Unschärfe (indem ich eben nicht abblende) als mit einem Weitwinkel.

Probiert es mal aus. Ihr werdet tolle Ergebnisse erzielen.

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